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Schwedisches Understatement


Viele Jahre stand er vor allem für eines: Performance! Die, die ihn unter dem Fahrerhaus hatten, freuten sich nicht selten aber auch über den Sound, der dieser Performance eindrucksvoll Ausdruck verlieh.


Die Zeiten ändern sich! Heute steht der V8 immer noch für Performance, aber an die Stelle des Sounds ist Effizienz gerückt. Um seinen Kunden davon reichlich mit auf den Life-Cycle der S-Baureihe zu geben, hat Scania den V8 in vielen Bereichen überarbeitet und damit messbar effizienter gemacht. Die NFM-Redaktion war jetzt mit einem R 520 im Süden Niedersachsens auf Achse. Unter dem komfortablen R-Fahrerhaus der Einstiegs-V8. Ein Aggregat, das immerhin 520 PS und ein maximales Drehmoment von 2700 Nm liefert und damit bestens für die meisten Anwendungen im europäischen Fernverkehr gerüstet ist. Dass man es hier mit einem lupenreinen Fernverkehrs-Lkw zu tun hat, zeigt sich, sobald man im wohlgeformten Ledersessel hinter dem Lenkrad Platz genommen hat. Ein aufgeräumtes Fahrerhaus mit reichlich Verstau- und Ablagemöglichkeiten in einem zeitlosen Wohlfühlambiente. Damit man nicht vergisst, dass unter dem Fahrerhaus ein V8 Leistung erzeugt, finden sich gleich an mehreren Stellen das Logo mit der 8, die sich in einem V befindet. Das zweifellos Originellste ist eine kleine Lichtspielerei, die dieses Logo auf den Teppich im Bereich des Fahrers projiziert. Auch das trägt zum nach wie vor vorhandenen V8-Zauber bei.

Absolut keine Zauberei ist der deutliche Effizienzgewinn, den Scania seinen überarbeiteten V8-Motoren mit auf den Weg gegeben hat. Sie ist das Ergebnis einer Reihe von Einzelmaßnahmen. Hier einige Beispiele: Die neuen V8-Motoren sind SCR-only-Motoren. Auf die früher übliche Abgasrückführung EGR konnte dank optimierter SCR-Technologie verzichtet werden. Das spart! Zum einen Wartungsaufwand, zum anderen Gewicht. Rund 80 kg leichter sind die Motoren durch den Wegfall der EGR-Komponenten geworden. Und es spart Kraftstoff, weil die Abgasrückführung keinen Anteil mehr am Verbrauch für sich beansprucht. Scania hält eine Verbrauchsreduzierung zwischen sieben und zehn Prozent für realistisch.

Zu einer weiteren Gewichtseinsparung tragen auch die neuen Turbolader mit Twin-Scroll-Technologie bei. Sie ersetzen die technisch komplexeren Turbolader mit variabler Geometrie. Deutliche Gewichtseinsparungen finden sich auch im Einspritzsystem. Für die V8-Motoren hat Scania das XPI-Common-Rail-Einspritzsystem neu konzipiert. Das zeigt sich insbesondere in einer leichteren Hochdruck-Kraftstoffpumpe mit zwei Zylindern und nur noch einem Kraftstoffverteilerrohr für die Kraftstoffzufuhr zu den Injektoren. Das neue System ist 28 kg leichter, robuster und erlaubt eine einfachere Fehlersuche in der Werkstatt. Das erneuerte Common- Rail-Einspritzsystem ist nicht nur leichter, es sorgt darüber hinaus für eine präzisere Einspritzung, ein verbessertes Ansprechen sowie einen höheren Wirkungsgrad des Motors.

Hand haben die Scania-Motorenkonstrukteure auch an die Brennraumgestaltung, die Injektoren, die Motorsteuerung und die Nockenwelle gelegt. Letztere ist im Fall unseres Testfahrzeugs, dem S 520, eine sogenannte „Miller“- Nockenwelle. Bei der Miller-Technologie bleibt das Einlassventil durch die Einlassnockengestaltung zu Beginn des Verdichtungstakts leicht geöffnet. Dadurch sinkt die durch den Brennraum strömende Luft, sodass Abgastemperatur und Motorwirkungsgrad zunehmen. So kann beim leistungsschwächsten V8-Aggregat aus Södertälje die Effizienz verbessert werden. Da selbstverständlich auch die Nebenaggregate des Motors Einfluss auf den Verbrauch haben, wurde auch hier Hand angelegt. So werden die Servo-Lenkungspumpe und der Kompressor nur bei Bedarf aktiviert und auch das Herzstück des Kühlsystems, die Kühlmittelpumpe, ist in ihrer Förderleistung variabel und pumpt nur so viel Kühlwasser durch das System, wie auch benötigt wird.

Davon bekommen wir im Zuge unserer Testtour erwartungsgemäß wenig mit. Die Temperaturen bleiben natürlich im grünen Bereich. Und auch das Lenken bereitet keine Probleme, schließlich begibt sich die Lenkungspumpe nur in den Low-Level-Bereich, wenn sie, etwa bei Marschfahrt auf der Autobahn, nicht gebraucht wird. Beim Rangieren auf dem Rasthof liefert die Pumpe dagegen die volle Leistung und das Kurbeln bleibt ein Kinderspiel. Sofort zu spüren ist dagegen das verbesserte Ansprechverhalten des Einstiegs-V8 mit seinem optimierten Common-Rail-System. Das dürfen wir gleich am Anfang unserer Tour erfahren. Es geht eine durchaus respektable Steigung mit mehreren Kehren nach oben. Ein wohldosierter Druck auf das Gaspedal reicht bereits aus und der auf 40 t ausgeladene Sattelzug schnurrt smooth die Steigung hoch. Wer es etwas zupackender mag, kann das Gaspedal statt wohldosiert deutlich verbindlicher mit Druck beaufschlagen. Die 520 PS aus den acht Zylindern in V-Anordnung bringen die Leistung dann ebenso verbindlich auf die Straße... Mehr lesen Sie in der NFM-April-Ausgabe 2018!

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