• Foto: Landeshauptstadt Stuttgart

Übergangsregelungen gefordert


Jetzt ist es amtlich: Stuttgart will ab 2018 zeitlich und räumlich befristet Fahrverbote für Kraftfahrzeuge mit Dieselmotoren erlassen können, die nicht der Euro-6-Norm entsprechen.


Die Landeshauptstadt will auf diesem Weg versuchen, die europäisch vorgegebenen Grenzwerte zur Luftreinhaltung einzuhalten. Die Kritik an dem Beschluss ist groß. „Das Stuttgarter Modell könnte bundesweite Signalwirkung bekommen“, sorgt sich der Deutsche Speditions- und Logistikverband (DSLV). Mit diesem Beschluss sei der politische Weg für weitere Lenkungsmaßnahmen des Verkehrs in urbanen Ballungsräumen geebnet.

Der Verband erkenne zwar den von der Gesellschaft geforderten Beitrag der Logistik zum Umweltschutz an, aber solange alternative Antriebe für Nutzfahrzeuge einschließlich ihrer Tank- und Aufladeinfrastruktur noch nicht serienreif und flächendeckend verfügbar seien, müsse dieser Beschluss einer differenzierten Betrachtung unterzogen werden. Die Speditions- und Logistikbranche werde durch weitere Prozessoptimierungen, durch eine ständige Verfeinerung der City-Logistik sowie durch den verstärkten Einsatz von Fahrzeuginnovationen zur Reduzierung städtischer Luftschadstoffemissionen beitragen. Der DSLV fordert Ausnahme- und Übergangsregelungen für den innerstädtischen Lieferverkehr, die sich an den Investitionszyklen der Fahrzeugflotten orientieren müssten. Die Lkw-Motoren- und Abgastechnik neuester Dieselgeneration hätten ein größeres und zuverlässigeres Schadstoffreduktionspotenzial als zahlreiche moderne Diesel-Pkw. Zugleich forderte der Verband für die urbane Logistik alternative Antriebe sowie eine Sicherstellung der flächendeckenden Aufladung/ Betankung durch regenerativ hergestellte Energien.

Kurzfristig eingeführte Flächenfahrverbote, von denen allein Euro-6-Fahrzeuge ausgenommen sind, entwerten technisch einwandfreie und hochwertige Euro-5-Fahrzeuge, die auf dem Gebrauchtfahrzeugmarkt dann nicht mehr abgesetzt werden können. Damit würde Speditionen und Transportunternehmen für die Anschaffung emissionsarmer Neufahrzeuge dringend benötigtes Kapital entzogen. Deshalb muss sich der Zeitpunkt für die Einführung von dauerhaften Fahrverboten am tatsächlichen Verbreitungsgrad und dem Emissionsniveau der großen Mehrheit bereits zugelassener Lkw orientieren.



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