• Grafik: NFM

Zeit fürs Innovations-Management


Himmlische Zeiten für Tüftler und Geschäftsleute, die ihre Ideen für umweltfreundliche Mobilität in einem Businessplan umsetzen wollen. Der Bund startet sein Wasserstoffprogramm.


Für Innovationsmanager stehen hohe Geldbeträge bereit, nachdem das Bundeskabinett im Juni die Nationale Wasserstoffstrategie beschlossen hat. Wasserstoff gilt als entscheidend für die Dekarbonisierung wichtiger deutscher Kernbranchen, darunter der Verkehrssektor. Mithilfe von insgesamt 7 Mrd. Euro soll sich Wasserstoff am deutschen Markt etablieren. Weitere 2 Mrd. Euro sollen in internationale Partnerprojekte fließen. Grund hierfür: Es wird auf lange Sicht mehr Wasserstoff benötigt, als Deutschland selbst herstellen kann – nicht zuletzt wegen des hohen Strombedarfs. Ein neuer Nationaler Wasserstoffrat soll die Politiker strategisch beraten.

Der Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Peter Altmaier: „Mit der Wasserstoffstrategie stellen wir die Weichen dafür, dass Deutschland bei Wasserstofftechnologien die Nummer 1 in der Welt wird. Wir müssen jetzt die Potenziale für Wertschöpfung, Beschäftigung und den Klimaschutz erschließen. Denn Wasserstoff wird ein Schlüsselrohstoff für eine erfolgreiche Energiewende sein. Er wird als Energieträger der Zukunft sowohl in Deutschland als auch weltweit einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele leisten.“

Bundesumweltministerin Svenja Schulze: „Die Nationale Wasserstoffstrategie wird Deutschland doppelten Schub verleihen – für den Klimaschutz und für die nachhaltige Erholung unserer Wirtschaft nach der Corona-Krise.“ Grüner Wasserstoff aus regenerativen Energiequellen biete die Chance, Klimaschutz in den Bereichen voranzubringen, wo es bisher noch keine Lösungen gab, zum Beispiel im Flugverkehr. Das funktioniere, weil die Strategie vor allem auf die Förderung von „grünem Wasserstoff“ ausgerichtet sei, so Schulze. „Denn gut fürs Klima ist auf Dauer nur Wasserstoff aus 100 Prozent erneuerbaren Energien. Klar ist damit auch: Wer ,Ja‘ sagt zu Wasserstoff, muss auch ,Ja‘ sagen zu Windenergie. Für grünen Wasserstoff brauchen wir zusätzlichen grünen Strom. Deswegen müssen und werden wir die erneuerbaren Energien konsequent ausbauen.“

Der Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, Andreas Scheuer: „Wir brauchen Wasserstoff auch im Verkehrsbereich. Mit unserer Wasserstoffstrategie geben wir den Unternehmen einen klaren Rahmen vor und machen Investitionsentscheidungen planbar. Mein Ministerium beschäftigt sich seit mehr als einem Jahrzehnt mit der Wasserstofftechnologie und hat mehr als 700 Mio. Euro vor allem in die Forschung und Entwicklung investiert. Jetzt brauchen wir wirtschaftliche Projekte auf dem Markt. Wasserstoff muss für die Menschen erlebbar werden. Genau an dieser Stelle setzt die Strategie jetzt an und nimmt die gesamte Wertschöpfungskette in den Blick – Technologie, Erzeugung, Speicherung, Infrastruktur und Anwendung in Fahrzeugen. Mit den HyLand-Projekten sind wir bereits dabei, in einzelnen Regionen die Wasserstofftechnologie von der Erzeugung bis zur Nutzung vor Ort aufzubauen. Das muss im nächs- ten Schritt jetzt bundesweit geschehen. Zusätzlich werden wir ein Wasserstoff-Anwendungs- und Technologie-Zentrum für die Zulieferindustrie sowie eine eigene Brennstoffzellproduktion in Deutschland aufbauen. Das bietet eine Zukunftsperspektive für die deutsche Fahrzeugindustrie und sichert viele Arbeitsplätze.“

Die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Anja Karliczek: „Wir brauchen eine nachhaltige Energieversorgung aus erneuerbaren Energien, wenn wir bis 2050 klimaneutral sein wollen. Wir werden die Förderung von Forschung und Innovation zum Grünen Wasserstoff weiter intensivieren: von der Erzeugung über Speicherung, Transport und Verteilung bis hin zur Anwendung. Bis 2023 stellen wir dafür zusätzlich 310 Mio. Euro zur Verfügung. Das wird uns Rückenwind geben, damit Deutschland um den Weltmeistertitel beim Grünen Wasserstoff erfolgreich mitspielen kann.“

Der Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Dr. Gerd Müller: „Der Klimawandel ist längst die Überlebensfrage der Menschheit. Mit der Wasserstoffstrategie machen wir einen Quantensprung hin zu CO2-neutralen Kraftstoffen und zu einer globalen Energiewende. Grüner Wasserstoff und seine Folgeprodukte wie Methanol können das saubere Öl von morgen werden.“



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